Immunhistochemische Untersuchungen

Obwohl konventionelle Färbungen uns bereits viel über die Zusammensetzung eines Gewebes verraten, langt dies heute oft nicht aus.

Wenn eine Information z.B. über den Tumortyp oder verschiedene Eigenschaften eines Gewebes erforderlich ist, kommen immunhistochemische Untersuchungen zum Einsatz.

Dazu nutzen wir Antikörper, die genau so wie bei einer immunologischen Abwehrreaktion, das spezifische Protein, gegen das sie hergestellt wurden, im Gewebsschnitt erkennen und daran binden. Der gebundene Antikörper wird dann färberisch zur Darstellung gebracht und gibt so Aufschluss darüber, wo das Protein sitzt und in welcher Menge es ungefähr im Gewebe vorhanden ist.

Diese Methode ist heute unverzichtbarer Bestandteil der diagnostischen Arbeit des Pathologen. Sie hilft nicht nur, schwierige differentialdiagnostische Fragen zu lösen, sondern ist auch für den Nachweis von therapeutisch relevanten Zielstrukturen im Tumorgewebe wichtig. Man kann sogar sagen, dass die Immunhistochemie in den knapp 50 Jahren ihrer Existenz die diagnostische Pathologie revolutioniert hat.

Antigen

Dabei handelt es sich um Proteine, die für Zellen, Bakterien und Viren je spezifisch sind und auf deren Oberfläche präsentiert werden. 

Antikörper

Sie werden auch Immunglobuline (abgekürzt "Ig") genannt und dienen der spezifischen Erkennung von Antigenen. Abhängig vom Aufbau und Lokalisation werden sie in fünf Klassen unterteilt: 

  • IgA: Sie dienen dem Schleimhaut- und Neugeborenenschutz.
  • IgG: Sie kommen in der Spätphase der Immunantwort vor und bleiben lange im Blut bestehen. 
  • IgE: Sie dienen dem Schutz vor Parasiten und sind an allergischen Reaktionen beteiligt. 
  • IgM: Sie kommen in der Frühphase der Immunantwort vor und können Bakterien zerstören.
  • IgD: Sie sind membrangebunden an B-Lymphozyten und am Aufbau des B-Zell-Rezeptors beteiligt.